THF in progress
Inhalt
Der Flughafen Tempelhof ist immer in Bewegung, immer im Werden, immer auf dem Weg in die Zukunft. Eben einfach „in progress“. Auch 2026 entwickelt, saniert und belebt die Tempelhof Projekt GmbH den THF mit vielen neuen Projekten weiter.
Geschichtsgalerie
Die sogenannte Geschichtsgalerie ist ein Herzensprojekt der Tempelhof Projekt GmbH. Sie wird den THF weiter zugänglich machen und für Besuchende aus der ganzen Welt öffnen. Geplant ist eine Ausstellung, die die sechste Etage des THF TOWER mit dem ersten Treppenturm verbindet. Highlight ist dabei der Laubengang auf dem Dach, der dann zu begehen sein wird und den Besuchenden spannende Blicke auf das Flughafengebäude sowie neue Perspektiven auf das Tempelhofer Feld ermöglichen wird.
Im Mai 2024 wurde die Interessensbekundung für das Bundesprogramm „KulturInvest“ eingereicht und das Projekt durch die BKM als förderwürdig eingestuft. Im Juli 2025 folgte als erster Meilenstein das Koordinierungsgespräch zwischen BKM, SenStadt und der THP, in dem die Rahmenbedingungen zwischen Bund und Land vereinbart wurden. Im März 2026 konnten Staab Architekten für die Generalplanung des Projekts gewonnen werden, sodass sich das Projekt nun in der Planung befindet, um noch im Jahr 2026 den Förderantrag auf das Bundesprogramm „KulturInvest" einzureichen.
Lassen Sie sich von der Leiterin des Geschäftsfeldes Programm, Anna Lena Joisten, sowie der Architektin und Projektleiterin Friederike Jansen zeigen, was genau sich hinter der Geschichtsgalerie verbirgt.
Lufthansa. Berlin-Tempelhof 1926-1945
Im Mai 2026 wird eine neue Ausstellung im THF TOWER eröffnen: „Lufthansa. Berlin-Tempelhof 1926-1945. Zwischen ziviler und militärischer Luftfahrt“ führt durch die Geschichte der Lufthansa von ihrer Gründung bis zu ihrer vorläufigen Auflösung nach dem Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit ist Tempelhof in der Mitte Berlins der Heimatflughafen des Unternehmens. Von hier aus steigt sie zu einer der wichtigsten Fluggesellschaften Europas und der Welt auf. Die Ausstellung beleuchtet damit einen bislang wenig erforschten Aspekt der Standortgeschichte.
Die Entwicklung des Unternehmens ist eng mit der Geschichte der Luftfahrt sowie mit den wirtschaftlichen und militärischen Kontexten der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus verbunden. Die Ausstellung thematisiert daher auch die Rolle der Lufthansa beim Wiederaufbau einer deutschen Luftwaffe und den Einsatz von Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs. Am Ende richtet sie einen kritischen Blick auf das in den 1950er-Jahren neu gegründete Unternehmen: Beleuchtet werden die personellen Kontinuitäten aus der NS-Zeit sowie der Umgang mit der Vergangenheit.
Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm begleitet, darunter ein Mitmachheft für Schüler:innen und junge Besuchende, Schul- und Wochenendworkshops sowie Lesungen und Diskussionsabende.
Deutsch-Amerikanische Beziehungen gestern und heute: Workshopreihe
Die Tempelhof Projekt GmbH baut das Bildungs- und Vermittlungsprogramm am Standort weiter aus. Anlässlich des 250. Jahrestages der amerikanischen Unabhängigkeit wird sie gemeinsam mit der amerikanischen Botschaft Schüler:innen zu einem Austausch über die deutsch-amerikanischen Beziehungen einladen. Dabei geht es vor allem um die kulturellen und politischen Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede, aus Geschichte und Gegenwart.
Die Workshop-Reihe wird sich an Schüler:innen der 9. und 10. Klassen richten und über das Jahr 2026 verteilt stattfinden.
Marathon Expos kehren zurück
Nachdem aufgrund der Baustellen am THF sowohl die HALBMARATHON EXPO als auch die MARATHON EXPO 2025 auf das Gelände der Messe Berlin ausweichen mussten, kehren beide Formate 2026 an den Standort zurück: Nicht nur für die Läufer und Läuferinnen, die sich hier ihre Startnummern für den Lauf abholen, sind die Expos Anziehungspunkt, sondern auch für mehrere zehntausende Besucher:innen. Hier wird die Welt des Ausdauersports erlebbar und bietet alles rund um das Thema Laufen, Wellness & Lifestyle, Sportmedizin, Ernährung und gesundes Leben.
Bessere Mobilität am Standort
2025 startete die Kooperation der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und der Tempelhof Projekt GmbH für ein zukunftsorientierten und nachhaltiges Mobilitätsangebot am THF: fünf Jelbi-Mobilitätsstationen werden 2026 am Standort entstehen. Damit soll nicht nur das geordnete Abstellen und Parken von E-Rollern und E-Fahrrädern gesteuert werden, sondern auch ein Beitrag zum Konzept der "15-Minuten-Stadt“ geleistet werden. Idee ist, mit alternativen Fortbewegungsangeboten die „letzten 15 Minuten zum Ziel“ einfach zu erreichen. Das Angebot richtet sich sowohl an Besucher:innen und Mieter:innen auf der Liegenschaft, aber auch an die angrenzende Nachbarschaft. Zu finden sein werden die Stationen am Radarturm/Bunkerstraße, an der Friesenstraße/Bunkerstraße, am Torhaus, am Ehrenhof und am Tempelhofer Damm/Werner-Loebermann-Weg.
Baustelle Paradestraße
Anstehende und umfangreiche Baumaßnahmen im umliegenden Straßenland des THF, darunter der laufende Umbau des S-Bahnhof Tempelhof und das geplante Stadtprojekt T-Damm, erhöhen in den nächsten Jahren den Druck auf die Gesamtliegenschaft, vor allem hinsichtlich der logistischen Andienung von (Groß)Veranstaltungen. Der Umbau des U-Bahnhofs Paradestraße stellt die Tempelhof Projekt GmbH ebenfalls vor Herausforderungen. Nach langen Jahren der Planung wird das Projekt 2026 starten. Dabei geht es um die Errichtung neuer U-Bahnausgänge auf dem Gelände des THF, die Tunneldeckensanierung, den Rückbau der dortigen unterirdischen Verteilerhalle sowie eine barrierefreie Erschließung der Bahnsteige.
Gerade die Erschließung der Ostseite des Tempelhofer Damms durch neue Treppenausgänge stellt jedoch einen Mehrwert für die Öffnung des Flughafens dar. Hier ist ein zentraler Ankunftspunkt für Besuchende, die zum THF TOWER oder zum Tempelhofer Feld gelangen wollen. Für sie wird sich die Erreichbarkeit des THF deutlich verbessern.
2026 erfolgt die Vertragsunterzeichnung, die Prüfung des Rahmenterminplan sowie anschließend der Baustart durch die BVG voraussichtlich Ende 2026/Anfang 2027. Die Fertigstellung ist für Mitte 2031 geplant.
Entwicklung der Bauteile
Ein weiterer großer Schritt Richtung Entwicklung der Liegenschaft wird ebenfalls 2026 erfolgen, wenn bei der Tempelhof Projekt GmbH das neu aufgestellte, dreiköpfige Team zur Bauteilentwicklung startet. Das neue Team beschäftigt sich mit der Entwicklung der Bauteile aus der Bausubstanz heraus. Dabei werden die in den übergreifenden Konzepten entwickelten Leitlinien aufgegriffen und am konkreten Bauwerk überprüft und weiterentwickelt.
Generell sollen dabei denkmal-, ressourcen- und kostenschonende Lösungen erarbeitet werden, die die in der Substanz enthaltenen Potentiale aufgreifen, aber auch Limitierungen aufzeigen und in ein geeignetes Planungskonzept überführen. Ziel ist zunächst die Erstellung fundierter Machbarkeitsstudien, die als Entscheidungsgrundlage für eine weiterführende Planung mit gesicherten Planungszielen und definiertem Kostenrahmen dienen können.
Die im Team engagierten Architekt:innen übernehmen hierbei erstmalig neben ihrer Aufgabe der Bauherrenvertretung die Rolle eines Objektplaners, der mit fachplanerischer Unterstützung die Planung vorantreibt und selbst erstellt. So beschäftigt sich das Team neben den konkreten Planungsaufträgen und der Bindung passender Partner intensiv mit der Etablierung interner Prozesse.
Was genau ihre Arbeit aussieht, stellen hier Antje Kalaus, Iva Kochleva-Leisse und Mirco Kuznik, das neue Team Bauteilentwicklung bei der THP, vor.
Aktivierung weiterer Flächen am THF
Große Aufgabe für die Tempelhof Projekt GmbH bleibt die Aktivierung und In-Nutzung-Bringung weiterer Flächen. Dazu zählt unter anderem die alte Frachthalle, die sich unter der Haupthalle befindet, die Alte Feuerwache im Kopfbau West sowie weitere Flächen, die sich über das gesamte Gebäude verteilen.
Wie das in der Praxis aussieht, was genau getan werden muss und wie Ergebnisse aussehen können, beschreibt Tilo Fuchs, Projektmanager im Geschäftsfeld Vermietung der Tempelhof Projekt GmbH, am Beispiel der sogenannten Deutschen Kantine im Bauteil A2 quer.