THF sanieren

Die Dach- und Betondeckensanierung der Vorfeldüberdachung

Seit Ende Mai 2024 laufen die Bauarbeiten zur Dach- und Betondeckensanierung der Vorfeldüberdachung am Flughafen Tempelhof. Damit hat der letzte Bauabschnitt der 2012 gestarteten gesamten Sanierung des 1,2 Kilometer langen Daches des Flughafengebäudes begonnen. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem die oberseitige Erneuerung des Dachaufbaus inklusive Freilegung der historischen Stufen der einst geplanten Besucherterrasse sowie die unterseitige Sanierung der Stahlbetondecke. 

Im Jahr 2025 ging es mit großen Schritten voran: Im Bereich A1 konnten die Sanierungsarbeiten an den Betondecken- und Stahlsteindeckenbereichen abgeschlossen werden. Hierbei wurden rund 3.500 Quadratmeter Massivdecke saniert. Die Fertigstellung der gesamten Baumaßnahme erfolgt voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027.

Highlight war die Rückkehr des ebenfalls komplett sanierten, ikonografischen Schriftzugs BERLIN – TEMPELHOF, der seit Oktober 2025 wieder vom Vorfelddach gen Luftseite leuchtet. 

Gehen Sie mit Ralf Nitsche, Projektmanager im Bau Management der Tempelhof Projekt GmbH, auf und unter das Dach und erfahren Sie, wie komplex diese Baustelle tatsächlich ist.

Altes Wassernetz auf Zukunftskurs

Im Schatten des imposanten Flughafengebäudes und tief unter der Erde liegt ein besonderes Ingenieurwunder verborgen: das alte Wasserwerk, das einst weite Teile Berlins mit kostbarem Trinkwasser versorgte. Heute muss das Wasserwerk sowie das gesamte Wassernetz des Standorts für den vorbeugenden Brandschutz modernisiert werden. Zur Sanierung zählen drei Tiefbrunnen, fünf Löschwasserpumpen, Druckluftwasserbehälter, Brunnenwasserfilter sowie die komplette Löschwasserleitung des Flughafens.

Ein weiterer zentraler Meilenstein der Sanierungsarbeiten wurde 2025 erreicht: Die Sanierung der unterirdischen Vorlagebehälter (2 x 500 m³) ist abgeschlossen sowie das neue Sedimentationsbecken fertiggestellt: es kann nun in Betrieb genommen werden. Es ist ein wesentlicher Baustein der verfahrenstechnischen Wasseraufbereitung und sorgt dafür, dass bei der Filterrückspülung anfallende Schlamm-Wasser-Gemische fachgerecht behandelt wird, Schlamm und Wasser werden voneinander getrennt. Das gereinigte Wasser kann dem natürlichen Wasserkreislauf, dem Oberflächenwasser, wieder zugeführt werden. Somit leistet die Tempelhof Projekt GmbH auch einen ökologischen Beitrag durch die Rückführung in den natürlichen Kreislauf statt der klassischen Ableitung ins Abwasser.

Der Umbau der Filter hat begonnen und wird 2026 abgeschlossen sein. Die Erneuerung der Elektroversorgung sowie die Herstellung des vollautomatischen Betriebes wird 2027 erfolgen.

Heller, leichter, leistungsstärker und effizienter

Die Beleuchtung des Flughafens ist nicht nur funktional, sondern steht auch unter Denkmalschutz. Seit 2022 arbeitete die Tempelhof Projekt GmbH daran, diese effizienter und nachhaltiger zu gestalten und dabei die historische Optik zu erhalten. Seit dem ersten Austausch der Altbeleuchtung an der Dachkante im Dezember 2022 und in den Hangars 1 bis 5 2023 erfolgte 2024 und 2025 der Austausch in den Hangars 6 und 7 sowie im Außenbereich. Die alten HQ-Lampen wurden durch energiesparende LEDs ersetzt, wodurch sich der Strombedarf durch die Beleuchtung mehr als halbiert hat. Die Betriebskosten sinken erheblich – schon nach etwa einem Jahr werden die Investitionen durch die Einsparungen wieder ausgeglichen sein.

2026 wird die bestehende Beleuchtung in der Haupthalle von herkömmlichen Leuchtstofflampen auf moderne LED-Technik umgerüstet. Dazu werden die neue LED-Leuchten sonderangefertigt, um das Erscheinungsbild der ikonografischen Halle nicht zu beeinträchtigen. 250 Leuchtmittel werden dann circa 12 KWh pro Stunde einsparen, was letztendlich zur Reduzierung von Energieverbrauch, Betriebskosten und CO2-Emission beiträgt.

Eine PV-Anlage auf dem Heizwerk

Auch energetisch geht es für den THF in die Zukunft: Auf dem Dach des denkmalgeschützten Heizwerkes, das sich am östlichen Ende des Flughafengebäudes am Columbiadamm befindet, wird eine 140 Quadratmeter große PV-Anlage errichtet. Diese Anlage wird zwischen 90 und 124 KWpeak produzieren, die wiederum zu 100% am Standort selbst verbraucht werden, 90% davon gehen in die Erzeugung von Heizenergie. Für diese Maßnahme wurde 2025 das Dach ertüchtigt, sodass die Berliner Energieagentur (BEA) die PV-Anlage 2026 errichte kann. Die BEA übernimmt dabei auch den Betrieb und die Instandhaltung der Anlage. 

Ein weiterer Schritt des THF Richtung Nachhaltigkeit der zeigt, dass sich Tradition und moderne Technik nicht ausschließen.

 

Modell: Heizwerk auf dem Gelände
Modell: Heizwerk von der Straße aus
Modell: Vorplanung Dachansicht